AUSSTELLUNGEN \ RÜCKBLICK
KONTAKT
Johannes Nagel

1979

in Jena geboren

 

1999

Abitur in Jena

 

1999 – 2000

Zivildienst in Maison Emmanuel, Zentrum für Arbeit und  Leben mit Behinderten in Val-Morin, Quebec, Kanada

2001

Töpferausbildung bei Kinya Ishikawa in Val-David, PQ Kanada

 

2002-2008

Studium an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein in Halle

FB Plastik/ Keramik bei Prof. Antje Scharfe, Karl Fulle und Martin Neubert

 

2005 - 2006

6 Monate Arbeitsaufenthalt im Shigaraki Ceramics Cultural Park, Shigaraki, Japan

 

2007

Studienaufenthalt an der Ohio University in Athens, Ohio, USA

 

seit 2007

Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes

 

2008

Diplom an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein in Halle

FB Bildende Kunst/Keramik

 

 

Behauptungen (graben)

 

Behaupten heißt, etwas aus dem Stegreif für gültig erklären. Ich grabe Hohlräume in Sand und gieße sie mit Gips aus. Es entsteht ein Objekt, eine spontane Geste in Material gegossen. Die beim Graben vorgestellten Formen sind rotationssymmetrische Körper. Symmetrie vereinfacht ein Objekt, Rotationsymmetrie erlaubt keine Rückseite. Die Variation liegt in der Silhouette. Das Graben in losem Sand ist ein sehr ungenaues Verfahren. Ich ertaste in ständiger Bewegung den Hohlraum, die Kontrolle über die Silhouette fehlt. Das Thema der Grabungen ist also das Verhältnis zwischen vorgestellter Silhouette und entstehendem Volumen: eine Ungenauigkeit oder „plastische Unschärfe“. Es gilt die Abweichung, der  zufällige Unterschied, nicht die Feststellung einer Form. Eine vage Behauptung? Der Akt des Grabens ist ganz konkret und entschieden. Das Objekt ist gegossen und damit festgelegt. Es ist eine Methode der Improvisation, der Stegreiferfindung, der spontanen Behauptung, die sich nur aus der eigenen Logik des Vorgangs erklärt. Die Unschärfe ist gemeint und eine ganz konkrete Behauptung.